{"id":192,"date":"2022-06-02T22:35:41","date_gmt":"2022-06-02T22:35:41","guid":{"rendered":"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?p=192"},"modified":"2026-03-01T11:12:28","modified_gmt":"2026-03-01T11:12:28","slug":"schutzrufung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?p=192","title":{"rendered":"Schutzrufung"},"content":{"rendered":"\n<p>von Frater Zeno<\/p>\n\n\n\n<p>Unter diesem Namen soll hier eine Vielzahl von Praktiken zusammengefa\u00dft werden, die nicht wie Erdung und Zentrierung unerw\u00fcnschte magischen Wirkungen entfernen, sondern als \u201eGegenzauber\u201c diese zu neutralisieren versuchen. Das hei\u00dft also, eine Schutzwirkung herbeizuzaubern. Das Herbeirufen magischen Schutzes ist wohl der spektakul\u00e4rste und unmittelbar faszinierendste Teil des Bannens. Das Errichten astraler Barrieren, das Rufen nach geistigen W\u00e4chtern oder R\u00e4uchern macht einfach mehr her als die eher n\u00fcchternen, schlichten \u00dcbungen zur Erdung und Zentrierung. Dieser Teil des Bannens ist allerdings auch der am wenigsten wichtige: wer gr\u00fcndlich geerdet und zentriert ist, wird in den seltensten F\u00e4llen eine zus\u00e4tzliche Schutzrufung sinnvoll verwenden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Notwendigkeit der Schutzrufung<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Normalerweise bieten sich Schutzrufungen vor allem dann an, wenn es ein konkretes, au\u00dferhalb des Bannenden liegendes magisches Problem gibt oder zu geben scheint, das nicht unmittelbar durch Erdung beseitigt werden kann und eine Art Gegengewicht erfordert. Der klassische Anla\u00df sind Spukerscheinungen und Bef\u00fcrchtungen, man k\u00f6nnte magisch angegriffen werden. Aber auch bei Panikattacken und Alptr\u00e4umen k\u00f6nnen Rituale, die wie das Kleine Pentagrammritual beispielsweise die Erzengel zum Schutz herbeirufen, Linderung verschaffen \u2013 es soll sogar Psychologen geben, die den Nutzen solcher Rituale f\u00fcr diese Zwecke anerkennen. Viele Traditionen der Magie verwenden die in ihren Bannritualen zu Schutz und F\u00fchrung herbeigerufenen Wesen und Ideen auch als Ausgangspunkte f\u00fcr die Entwicklung des jeweiligen magischen Weltbildes, die durch die Ritualpraxis instituiert werden, ohne da\u00df ihre Funktion im konkreten Fall unbedingt notwendig w\u00e4re. Es gibt Magietreibende, die v\u00f6llig ohne besonderen magischen Schutz auskommen oder ihn sogar explizit ablehnen, weil sie ihn beispielsweise als ein Zeichen von Unselbst\u00e4ndigkeit oder als aufgrund seiner latenten Aggressivit\u00e4t eher kontraproduktiv ansehen. Diese bilden jedoch gerade unter Zeremonialmagiern eine eher kleine Minderheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Methoden der Schutzrufung<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Vielgestaltigkeit der Schutzrufung folgt, da\u00df kaum eine konkrete Anleitung zum Rufen von Schutz gegeben werden kann. Nahezu jede Form der Magie kann dazu verwendet werden, die eigene Person zu sch\u00fctzen. Es folgen daher einige Beispiele, die nach Belieben verwendet oder von denen ausgehend weitere Techniken entwickelt werden k\u00f6nnen. Eine popul\u00e4re M\u00f6glichkeit ist die Evokation eines sch\u00fctzenden Geistwesens. Prinzipiell ist hier nichts weiter zu beachten als bei Evokationen \u00fcblich, abgesehen davon, da\u00df der sch\u00fctzende Geist selbstverst\u00e4ndlich einer sein sollte, dem die gesch\u00fctzte Person vertrauen kann. Deshalb werden normalerweise prinzipiell gutartige (wie verschiedene Engel), mit der gesch\u00fctzten Person verb\u00fcndete (zum Beispiel das Krafttier), durch einen Pakt zum Gehorsam gezwungene (h\u00e4ufig bestimmte goetische D\u00e4monen) oder im Rahmen gewisser Regeln verl\u00e4\u00dfliche (etwa der \u201eW\u00e4chter\u201c des Simon Necronomicon) Geister gerufen. Besonders beliebt sind auch spezialisierte Psychogone. Die Funktion dieser Geister ist fast immer der unmittelbare Konflikt oder die Abschreckung m\u00f6glicher Angreifer. Die klassische rituelle Evokation mit Schutzkreis, Dreieck usw. ist f\u00fcr einen permanenten Schutz nat\u00fcrlich ungeeignet und kann allenfalls den Anfang der Schutzverzauberung bilden. In manchen F\u00e4llen werden evozierte Schutzwesen in materielle Basen wie Amulette oder Statuetten verankert. In vielen F\u00e4llen geschieht eine Schutzgeistevokation jedoch nur kurzzeitig, um eine wie auch immer geartete Gefahr zu neutralisieren. Ein typisches Beispiel ist die Evokation des Erzengels Michael w\u00e4hrend des katholischen Rituals des Exorzismus\u2018. H\u00e4ufig wird auch einer Gottheit oder einem \u00e4hnlich bedeutsamen und machtvollen Geistwesen wie dem eigenen Totem, einem Gruppenegregore oder dem Heiligen Schutzengel die Aufgabe des magischen Schutzes \u00fcberlassen. Diese Methode ist besonders bequem und gilt als zuverl\u00e4ssig, ihre Effektivit\u00e4t scheint jedoch direkt von der Bindung an die jeweilige Instanz abzuh\u00e4ngen. Die zum Schutz gerufenen magischen Konzepte brauchen keineswegs die Form sch\u00fctzender Geister zu haben. Zwar ist diese Form \u2013 wohl aufgrund der Dominanz des Kleinen Pentagrammrituals \u2013 die in der rituellen Magie \u00fcbliche, prinzipiell ist ihr jedoch jede Form der Magie gleichgestellt, die den Bannenden in einen magisch gesch\u00fctzten Zustand versetzen soll. Das reicht von der Distanzierung aus der Welt in der OMNIL-Formel bis zu \u201eBodybuilding\u201c f\u00fcr den eigenen Energiek\u00f6rper. Besonders typisch sind Schilde, die in den meisten F\u00e4llen den K\u00f6rper einh\u00fcllen (so der klassische Odmantel) oder ihn in einer Kugelform umschlie\u00dfen. Damit verwandt sind Schutz bietende magische \u201eAtmosph\u00e4ren\u201c, also generell harmonisierende oder stabilisierende Wirkungen, die st\u00e4ndig wirken und normalerweise vom K\u00f6rper der gesch\u00fctzten Person ausgehen. Weniger verbreitet sind astrale Waffen \u2013 meist ganz klassisch der Stab oder das Schwert, in Einzelf\u00e4llen aber auch Feuerwaffen oder v\u00f6llig andere Formen. Viele Schutzamulette k\u00f6nnten in diesen Bereich eingeordnet werden, allein weil ihnen die Eigenschaft, in irgendeiner Form Schutz oder Harmonie zu emanieren, zugeschrieben wird. Sogar Traumf\u00e4nger sind Beispiele f\u00fcr solche magischen Schutzfunktionen. Unintelligente Schutzfunktionen gelten bei vielen Praktizierenden als weniger effektiv, aber auch als leichter zu handhaben, als sch\u00fctzende Geister. Sie werden deshalb h\u00e4ufiger f\u00fcr den st\u00e4ndigen Gebrauch empfohlen als evozierte Schutzgeister \u2013 auf die jedoch in Krisensituationen zur\u00fcckgegriffen wird. Auch eine Invokation kann Schutzfunktion haben. Schutzinvokationen werden etwas anders eingesetzt als Evokationen von Schutzgeistern. Sie sind praktisch immer nur kurzzeitig. Gelegentlich gelten sie nicht der Konfrontation oder Abschreckung, sondern der Tarnung oder der Unterwerfung einer Bedrohung. Wie bei anderen Invokationen auch werden negative Wesen wie D\u00e4monen hier seltener verwendet als im Falle der Evokation. Au\u00dferdem werden anders als bei der Evokation weniger Wesen verwendet, die als von geringerem Rang betrachtet werden (wie Elementare oder Psychogone), sondern h\u00e4ufiger Gottheiten oder ihnen verwandte Wesen. Bei aller Vielgestaltigkeit gibt jedoch einige Grundregeln f\u00fcr die Verwendung der Schutzrufung, die in jedem Fall zu beachten sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Verwendung der Schutzrufung<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Schutzrufung ohne vorangehende Zentrierung ist kontraproduktiv. Ein Schutzzauber mag noch so gut gemeint sein, er wird eine vorhandene Destabilisierung in jedem Fall verst\u00e4rken und auch wenn er eine momentane echte oder scheinbare Bedrohung neutralisiert, wird die eigene Verwundbarkeit dadurch gr\u00f6\u00dfer und der n\u00e4chste Konflikt ist damit vorprogrammiert. Gerade in Krisenzeiten, wenn das Rufen nach magischer Hilfe naheliegt, ist die eigene Zentrierung oft mangelhaft und ein hastiger Ruf an eine weitere Instanz, in das Geschehen einzugreifen, steigert die Verwirrung und Hilflosigkeit eher, als da\u00df er sie lindert. Ist eine gr\u00fcndliche Zentrierung durchgef\u00fchrt, so wird ein anschlie\u00dfender Schutzzauber nicht nur m\u00f6glicherweise unn\u00f6tig, er wird auch durchdachter und h\u00e4ufig effektiver eingesetzt werden k\u00f6nnen. Eine Schutzrufung kann auch kontraproduktiv sein, wenn nichts da ist, wovor ein Schutz notwendig w\u00e4re. Immerhin impliziert das Rufen nach Schutz eine Bedrohungssituation und kann damit nach magischer Logik genau diese hervorrufen. Es ist auff\u00e4llig, da\u00df alle magischen Traditionen, die ein regelm\u00e4\u00dfiges Rufen nach Schutz zum Element haben, eine unmittelbare magische Gefahr f\u00fcr das Individuum sehen, etwa feindselige Zauberer, das Absinken der Seele in die Welt der Qliphoth, astrale Feinde oder \u00e4hnliches. Was hier Ursache und was Wirkung ist, darf hinterfragt werden. Au\u00dferdem mu\u00df ein solcher Zauber richtig formuliert sein. Das gilt nat\u00fcrlich f\u00fcr die meisten Zauber, aber gerade im Bereich der Schutzzauber wird sehr oft der Fehler gemacht, mit dem Zauber darauf abzuzielen, \u201esich\u201c zu sch\u00fctzen, ohne zu durchdenken, was dieses \u201eich\u201c umfa\u00dft und was nicht. Ein g\u00e4ngiges Man\u00f6ver in magischen Konflikten (so selten sie sind) ist es, diejenigen Bereiche des Opfers zu behexen, die es zu sch\u00fctzen vergessen hat: beispielsweise seine Freundschaften, seine Finanzen oder auch K\u00f6rperteile, die das Opfer an sich nicht mag. Sollte man sich jemals in einem magischen Konflikt sehen \u2013 was, wie nicht genug betont werden kannn, eine <em>sehr<\/em> seltene Situation ist \u2013 so t\u00e4te man gut daran, die einzelnen Bereiche des eigenen Lebens zu betrachten und planvoll zu sch\u00fctzen, anstatt vorschnell einen Schutz zu installieren, der sich m\u00f6glicherweise ausschlie\u00dflich auf die eigene physische Gesundheit bezieht. Wie schon im Abschnitt Erdung erw\u00e4hnt, k\u00f6nnen Schutzzauber bei bestimmten Formen der magischen Erdung mit geerdet und gebannt werden. Dem kann durch die Verwendung materieller Basen begegnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>Schutzanrufung f\u00fcr die Umwelt<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Schutzrufung ist derjenige Bestandteil der Bannung, der am leichtesten stellvertretend f\u00fcr andere ausgef\u00fchrt werden kann. Gerade deshalb sollte er, sofern m\u00f6glich, von einer gr\u00fcndlichen Zentrierung und Erdung der Zielperson begleitet und der Schutzzauber sorgf\u00e4ltig formuliert werden. Die schlechteste m\u00f6gliche Ma\u00dfnahme ist es, beispielsweise einen Marsgeist mit dem unspezifischen Auftrag zu schicken, der Zielperson in der ihm richtig erscheinender Weise zu \u201ehelfen\u201c \u2013 das ist ein durchaus dehnbarer Begriff und das Ergebnis k\u00f6nnte leicht als magischer Angriff gewertet werden. Ein sorgf\u00e4ltig durchgesprochenes und nach M\u00f6glichkeit gemeinsam durchgef\u00fchrtes Bannritual, bei dem dem Klienten eine oder mehrere Schutzinstanzen oder -mechanismen auf den Weg gegeben werden, kann hingegen gerade Personen mit psychischen Problemen sehr helfen und ist m\u00f6glicherweise die sinnvollste Art von \u201eAuftragsmagie\u201c \u00fcberhaupt. Nichtrituelle Mittel, magischen Schutz zu rufen \u2013 wie Gebete und die Verwendung von Amuletten \u2013 wirken in einem rituellen Kontext in ebenso ritualisierter Form am besten. So k\u00f6nnten Gebete auf einen Altar gerichtet und laut gesprochen werden, Amulette k\u00f6nnten ber\u00fchrt werden, um ihre Wirkung zu beschw\u00f6ren und so weiter. Die sehr allgemeine Definition der Schutzrufung zeigt schon, wie unzureichend die Einteilung magischer Bannungspraktiken in genau drei Bereiche ist. Sp\u00e4testens bei dem Versuch, ein magisches Herbeirufen von Harmonie in entweder den Bereich der Schutzrufung oder den der Zentrierung einzuordnen, zeigt sich die K\u00fcnstlichkeit dieser Kategorien. Sie werden auch, um das noch einmal zu betonen, nur verwendet, um das bei n\u00e4herer Betrachtung doch komplexe Thema der Bannung etwas vereinfachend darstellen zu k\u00f6nnen. Da\u00df es in der Praxis Okkultisten geben mag, die beispielsweise die OMNIL-Formel als zentrierend statt als schutzrufend ansehen, spielt an dieser Stelle keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-foreground-color has-text-color\">\u00b0<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button has-custom-font-size is-style-outline has-small-font-size\"><a class=\"wp-block-button__link has-foreground-background-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?page_id=593\" style=\"border-width:1px;padding-top:8px;padding-right:8px;padding-bottom:8px;padding-left:8px\">zur\u00fcck zu den Grundlagen<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Frater Zeno Unter diesem Namen soll hier eine Vielzahl von Praktiken zusammengefa\u00dft werden, die nicht wie Erdung und Zentrierung unerw\u00fcnschte magischen Wirkungen entfernen, sondern als \u201eGegenzauber\u201c diese zu neutralisieren versuchen. 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