{"id":581,"date":"2022-06-05T15:34:30","date_gmt":"2022-06-05T15:34:30","guid":{"rendered":"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?p=581"},"modified":"2026-02-13T10:19:53","modified_gmt":"2026-02-13T10:19:53","slug":"metamorphosen-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?p=581","title":{"rendered":"Metamorphosen II"},"content":{"rendered":"\n<p>von Frater Pandagaz 247<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein auf dem Mahanirvana-Tantra beruhendes Ritual<\/em> <em>\u201e<\/em><em>Du bist das Urbild aller Manifestationen; Du bist der Geburtsort von uns allen; Du kennst die ganze Welt, doch niemand kennt Dich \u2026 Du bist das Grobe wie das Feine, das Offenbare wie das Verh\u00fcllte, das Formlose, das dennoch Form hat. Wer kann Dich begreifen? \u2026 Du bist die h\u00f6chste urspr\u00fcngliche Kalika \u2026 Als diejenige, die nach ihrer Aufl\u00f6sung die eigene dunkle und formlose Gestalt wieder annimmt, bleibst Du allein als die Eine, unergr\u00fcndlich, unbegreifbar \u2026 obwohl selbst ohne Anfang, vielf\u00e4ltig durch die Kraft der Maya, bist Du der Anfang aller Dinge, Sch\u00f6pferin, Bewahrerin und Zerst\u00f6rerin\u201c<\/em> Aus dem Mahanirvana-Tantra(1)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"478\" height=\"636\" src=\"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kali.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-582\" srcset=\"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kali.jpg 478w, https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kali-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">KALI<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>1. Abschnitt: Das Mahanirvana-Tantra und das Kali-Yantra<\/p>\n\n\n\n<p>Das im folgenden vorzustellende Ritual basiert auf dem Mahanirvana-Tantra (Tantra der Gro\u00dfen Befreiung). Es l\u00e4sst sich in die Kategorie der Tantra Agamas einordnen. Agamas (2) sind theologische Schriften und praktische Anleitungen zur Anbetung von Gottheiten. Obwohl sie ihre Autorit\u00e4t nicht direkt von den Veden ableiten, werden sie als ebenso autoritativ betrachtet wie die Veden selbst, da sie diese als die grundlegenden Schriften anerkennen, ihnen nicht widersprechen und zudem selbst vedischen Charakter besitzen. Die Agamas werden in drei Abschnitte eingeteilt: die Vaishnava, die Saiva und die Sakta (3). W\u00e4hrend die Vaishnava Agamas (4) das G\u00f6ttliche in der Gestalt Vishnus und die Saiva Agamas es in der Shivas preisen, verehren die Sakta Agamas, die besser unter dem Namen Tantras (5) bekannt sind, es in der Gestalt Shaktis als Mutter der Welt unter einem ihrer zahlreichen Namen. Insgesamt gibt es 77 Agamas, von denen das Mahanirvana-Tantra das bekannteste ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"573\" height=\"524\" src=\"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kali-Yantra.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-583\" srcset=\"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kali-Yantra.jpg 573w, https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kali-Yantra-300x274.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">DAS KALI-YANTRA<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein wichtiges im Ritual verwendetes Symbol ist das Kali-Yantra (6), das sich auch zur regelm\u00e4\u00dfigen Meditation zur Vorbereitung des Rituals eignet. In seiner Mitte findet sich ein schwarzer Punkt, das Bindu. Es ist der Konzentrationspunkt im Zentrum, der den Samen repr\u00e4sentiert, aus dem alle Sch\u00f6pfung entsteht und in den sie wieder zur\u00fcckkehrt \u2013 das Bindu steht somit f\u00fcr den Prozess von Sch\u00f6pfung und Zerst\u00f6rung (7).<\/p>\n\n\n\n<p>Um das Bindu herum befinden sich f\u00fcnf konzentrische Dreiecke mit den Spitzen nach unten (8). Die f\u00fcnfzehn Ecken der Dreiecke stehen f\u00fcr die f\u00fcnfzehn psychophysischen Zust\u00e4nde: f\u00fcnf Sinnesorgane (Sehen, H\u00f6ren, F\u00fchlen, Riechen und Schmecken), f\u00fcnf Handlungsorgane (H\u00e4nde, F\u00fc\u00dfe, Sprache, Entleerungsorgan und Zeugungsorgan) sowie die f\u00fcnf \u201eVital Airs\u201c (9) (Prana \u2013 die nach oben gehende Luft, Apana \u2013 die nach unten gehende Luft, Vyana \u2013 die Luft innerhalb des K\u00f6rpers, Udana \u2013 die den K\u00f6rper verlassende Luft und Samana \u2013 die Luft am Nabel, die beim Verdauen von Nahrung hilft) (10).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dreiecke werden von einem Kreis umschlossen. Er verk\u00f6rpert den Kreislauf von Leben und Tod, der durchbrochen werden mu\u00df, wenn man die Absolute Realit\u00e4t erreichen will (11).<\/p>\n\n\n\n<p>Auf unserer Reise durch das Yantra von innen nach au\u00dfen sto\u00dfen wir nun auf den achtbl\u00e4ttrigen Lotos. Der Lotos ist ein Symbol f\u00fcr die Reinheit, da sich seine Wurzeln im Schlamm befinden, die Bl\u00fcte aber keinerlei Flecken aufweist und v\u00f6llig rein ist (12). Dieser Ansatz wird auch auf das individuelle Bewusstsein \u00fcbertragen, das im Schlamm des Samsara (13) wurzelt, aber dann, wenn es rein ist, nicht den mit dem Samsara verbundenen W\u00fcnschen und Anhaftungen verhaftet, sondern von ihnen v\u00f6llig unber\u00fchrt ist und nach der Durchquerung der durch das Wasser repr\u00e4sentierten Gef\u00fchle \u00fcber der Oberfl\u00e4che seine Bl\u00fcte entfalten kann (14).<\/p>\n\n\n\n<p>Die acht Bl\u00e4tter des Lotos stehen f\u00fcr die acht Prakriti(15)-Anteile, die aus den f\u00fcnf Basiselementen Akasha, Luft, Feuer, Wasser und Erde sowie zus\u00e4tzlich Geist (\u201emind\u201c), Intellekt und Ego, bestehen (16).<\/p>\n\n\n\n<p>Den Kreis um die Bl\u00fctenbl\u00e4tter herum bezeichnet man als Surya Mandala, was soviel wie \u201eSonnen-Mandala\u201c bedeutet, w\u00e4hrend die Bl\u00fctenbl\u00e4tter als Chandra Mandala bzw. \u201eMond-Mandala\u201c bezeichnet werden (17).<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00e4u\u00dfere Bereich des Yantras schlie\u00dflich besteht aus einem statischen Quadrat, dem Bhupur, das das Physische bzw. die Materie verk\u00f6rpert. Es ist die Grundlage des Yantras und beschreibt die irdische Welt und den K\u00f6rper, um dessen Trans-zendierung es letztlich geht; an seinen Seiten befinden sich die vier Tore zum inneren Bereich des Yantra (18).<\/p>\n\n\n\n<p>2. Abschnitt: Metamorphosen II<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel dieses Rituals, dem das eingangs aus dem Mahanirvana-Tantra zitierte Verst\u00e4ndnis von Kali zugrunde liegt, ist, sich Kali zun\u00e4chst St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck hinzugeben (19), bis lediglich der K\u00f6rper als leere H\u00fclle \u00fcbrig ist. Diese H\u00fclle wird dann von Kali zerfetzt, so dass man jetzt neu von ihr zusammengesetzt werden kann und wird und so die Metamorphosen durchl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz wichtig ist eine gr\u00fcndliche Vorbereitung der\/des Pujari (Hauptpriesterin bzw. Hauptpriester), die zum einen aus zahlreichen Meditationen \u00fcber das oben gezeigte Yantra und zum anderen aus intensiver Besch\u00e4ftigung mit den in der Ritualbeschreibung aufgef\u00fchrten Mantras bestehen sollte. Beides ist nicht nur jeweils f\u00fcr sich bereits gewinnbringend, sondern f\u00fcr die erfolgreiche Durchf\u00fchrung des Rituals sogar unabdingbar \u2013 vor allem die Mantras sollten vor dem Ritual so oft rezitiert werden, dass sie w\u00e4hrend des Rituals auswendig gesprochen bzw. gesungen werden k\u00f6nnen. Man mu\u00df die Mantras so gut beherrschen, dass man beim Singen bzw. Sprechen v\u00f6llig in ihnen aufgehen und im Strom der angerufenen Gottheit gleichsam mitschwimmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Der Ritualaufbau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da die\/der Pujari sich w\u00e4hrend des Rituals auch um Dinge wie Musik etc. k\u00fcmmern mu\u00df, sollte sie\/er zur Unterst\u00fctzung weitere Priesterinnen oder Priester hinzuziehen (20). Alle Teilnehmer stehen still in U-Form vor dem Altar und schauen in die Richtung des Altars; vor sich jeweils ein Kali-Yantra mit einer Lanzette daneben und einem brennenden Teelicht. Auf dem Altar stehen ein Bild von Ganesha (zu Beginn in der Mitte des Altars) und eine Kali-Statue oder ein Kali-Bild mit einem leeren Kelch davor und diverse Kerzen. Neben dem Altar steht ein kleiner Tisch mit den Gaben f\u00fcr Kali: ein Tablett mit Plastik-Schnapsbechern, in denen Absinth ist (f\u00fcr jeden Teilnehmer eines), Frische Bl\u00fcten (eine pro Teilnehmer; traditionell werden Hibiskus- oder Lilienbl\u00fcten verwendet, aber auch sch\u00f6ne Rosen sind m\u00f6glich), 20 R\u00e4ucherst\u00e4bchen, z.B. \u201eAphrodite\u201c der Marke Blue Line, die unangez\u00fcndet in einer Schale mit Sand oder Erde stecken und ein Tablett mit Arghya (klassische Speise f\u00fcr Kali, die traditionell aus roten Hibiskusbl\u00fcten, roter und wei\u00dfer Sandelholzpaste, Reis und Durva-Gras besteht (21)).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Der Ritualablauf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol>\n<li>IAO-Bannung (22)<\/li>\n\n\n\n<li>Willenssatz: \u201eEs ist unser Wille, uns Kali hinzugeben und so die Metamorphosen zu durchlaufen\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Die Hingabe an Kali &#8211; Bei der Hingabe werden drei Mantras (23) verwendet; eines f\u00fcr Ganesha und zwei f\u00fcr Kali. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kali verlangt, dass diese Mantras gesungen (und gerade nicht von CD abgespielt) werden. Wie bereits ausgef\u00fchrt, sollten die Mantras auch nicht abgelesen, sondern auswendig rezitiert werden. Beim Ablauf der Hingaben sollen bewusst f\u00fcr die einzelnen Teilnehmer Wartezeiten entstehen, damit zum einen der von Kali gew\u00fcnschte Effekt einer Pilgerfahrt entsteht und zum anderen allen genug Zeit bleibt, um ihren Zugang zu Kali und zu den Hingaben zu finden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><strong>a)<\/strong> W\u00e4hrend des Ganesha-Mantras (24) treten die Teilnehmer nach und nach einzeln vor den Altar und verneigen sich vor Ganesha. Danach gehen sie schweigend auf ihre jeweiligen Pl\u00e4tze zur\u00fcck (25).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>b)<\/strong> Es folgt nun das Kali-Gayatri-Mantra (26), das eher gesprochen als gesungen wird. Pujari und Priesterinnen\/Priester nutzen dieses, um das Ganesha-Bild behutsam an die Seite zu stellen und die Kali-Darstellung (Statue oder Bild) in die Mitte zu r\u00fccken. W\u00e4hrenddessen meditieren die anderen Teilnehmer \u00fcber Metamorphosen, wof\u00fcr unbedingt gen\u00fcgend Zeit gelassen werden mu\u00df. Deshalb mu\u00df das Mantra auch nach Ausrichtung des Altars auf Kali fortgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>c)<\/strong> Die\/der Pujari wechselt nun zum Kali-Mantra (27), das in einer Art Sprechgesang rezitiert wird, und die Hingabe beginnt. Diese beruht auf folgendem Text aus dem Mahanirvana-Tantra (28): <em>\u201e<\/em><em>The Heart-Lotus should be offered for seat, the nectar (Amrta) shed from the Sahasrara for water to wash the feet, the mind as the offering (Arghya), Memory (Citta) is offered by way of flowers, and the Vital Airs (Prana) as and by way of incense\u201c<\/em> Genau diese Aspekte des Selbst werden nun nach und nach Kali hingegeben. Dies l\u00e4uft so ab, dass alle Teilnehmer grunds\u00e4tzlich schweigend auf ihrer Position stehen und dann nach und nach sich selbst Kali hingeben. Dabei wird jeweils so verfahren, dass zuerst alle nacheinander Kali den Nektar darbieten, dann alle nacheinander ihr Erinnerungsverm\u00f6gen etc. Jede \u201eRunde\u201c wird durch einen Gongschlag der\/des Pujari eingeleitet. Dabei hat sich gezeigt, dass es sich empfiehlt, dass jeweils die Person (Pujari oder Priesterin\/Priester), die den Teilnehmern die Opfergaben austeilt, ihnen bei jeder Runde kurz ins Ohr fl\u00fcstert, was gerade hingegeben werden soll, damit die Teilnehmer ganz im Ritual aufgehen k\u00f6nnen und nicht \u00fcber den Ablauf nachdenken m\u00fcssen. Insgesamt l\u00e4uft der Vorgang wie folgt ab: <em>aa)<\/em> Nektar (Amrta): Der Nektar wird durch Absinth repr\u00e4sentiert und steht f\u00fcr die Hingabe des \u201eh\u00f6heren Selbst\u201c, wodurch sich auch der Verweis auf das Sahasrara (= Kronenchakra) erkl\u00e4rt. Diese Hingabe erfolgt, indem der jeweilige sich Darbietende zun\u00e4chst einen Schluck Absinth aus dem Gl\u00e4schen nimmt, vor den Altar tritt, dort alles sammelt, was zu seinem \u201eH\u00f6heren Selbst\u201c geh\u00f6rt (z.B. Spiritualit\u00e4t, Erleuchtung, Vollendung, innerer Friede) und es durch das Kronenchakra (\u201eshed from the Sahasrara\u201c) in den Rest Absinth im Gl\u00e4schen leitet. Der Absinth wird dann in den Kelch gekippt. <em>bb)<\/em> Geist (\u201emind\u201c): Jeder Teilnehmer erh\u00e4lt nacheinander eine Portion Arghya, tritt vor den Altar und isst ein wenig davon. Er leitet dann den eigenen Geist (also das, was er f\u00fcr sich als seinen Geist definiert) in das restliche Arghya und stellt es vor Kali auf den Altar. <em>cc)<\/em> Erinnerungsverm\u00f6gen (Citta): Hierbei erh\u00e4lt jeder Opfernde eine Bl\u00fcte, mit der er vor den Altar tritt. Dort leitet er alles, was er an Erinnerungen hat und das Erinnerungsverm\u00f6gen selbst in die Blume und opfert sie Kali. Nunmehr werden die R\u00e4ucherst\u00e4bchen in der Schale angez\u00fcndet. <em>dd)<\/em> Vital Airs (Prana): Das eigene Prana (29) wird hier \u2013 in Anlehnung an die Formulierung \u201eas and by way of incense\u201c im Mahanirvana-Tantra mit einer R\u00e4ucherung \u00fcber den Atem hingegeben. Der jeweilige Teilnehmer erh\u00e4lt dazu die R\u00e4ucherschale, sammelt sein Prana, seine gesamte individuelle lebendige Essenz, und pustet diese mit dem Rauch aus den St\u00e4bchen auf die Kali-Darstellung, bevor er die Schale an die\/den Pujari zur\u00fcckgibt. Vier der f\u00fcnf Hingaben sind damit erbracht; die Teilnehmer setzen sich auf ihren Platz, vor ihnen das brennende Teelicht, das Kali-Yantra und die Lanzette.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>d)<\/strong> Ein CD-Track (mit Rauschen bzw. \u201ewhite noise\u201c) setzt ein. Die letzte Hingabe steht nun an. Es wird jetzt der Herz-Lotus (30) dargeboten, indem sich alle Teilnehmer gleichzeitig mit einer Lanzette in den Finger stechen und einen Blutstropfen auf das Yantra geben. Dabei wird visualisiert, wie alles, was das Herzchakra verk\u00f6rpert (Liebe, Empathie, Selbstlosigkeit, Hingabe), durch das Herzchakra in das Blut geleitet und so Kali dargeboten wird. Das, was noch \u00fcbrig ist, der blo\u00dfe K\u00f6rper als leere H\u00fclle, f\u00e4llt zu Boden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>e) <\/strong>Erneuter Soundwechsel. Zu den (sehr lauten) Kl\u00e4ngen von \u201eWild Women with Steak Knives\u201c von Diamanda Galas zerfetzt Kali den K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>f)<\/strong> Mehrere Minuten Stille. Die Teilnehmer sollen auch hier genug Zeit haben, diesen Zustand zu erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>g)<\/strong> In das n\u00e4chste St\u00fcck hinein sp\u00fcren die Teilnehmer, wie sie von Kali neu zusammengesetzt werden und erfahren so die Metamorphosen. Was genau in dieser Phase passiert, l\u00e4sst sich nicht vorhersagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>h)<\/strong> Das neu Aufgebaute tanzt zu einem weiteren Musikst\u00fcck (31) in eine neue Existenz hinein; hierin liegt zugleich die Bannung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>i)<\/strong> Die trink- und essbaren Gaben k\u00f6nnen nach dem Ritual verzehrt werden, da diese nun als von Kali gesegnet (sogen. Prasad) angesehen werden. Auch z.B. im Kali-Tempel von Dakshineswar\/Indien werden die der Kali dargebrachten Gaben nach Abschluss der Zeremonie von den Gl\u00e4ubigen verzehrt, weil davon ausgegangen wird, dass Kali lediglich die feinstofflichen Anteile verzehrt und die grobstofflichen Anteile \u00fcbrigl\u00e4\u00dft (32).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2014 <\/strong><strong>Fu\u00dfnoten \u2014<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1 <\/strong>\u00dcbersetzung aus dem Sanskrit von Sir John Woodroffe, New York, Dover Publications, 1972, S. 47 ff.; die hier verwendete deutsche \u00dcbersetzung stammt aus: Walker, Barbara G., Das geheime Wissen der Frauen, 3. Auflage 1996, S. 509. <strong>2 <\/strong>W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt bedeutet Agama soviel wie \u201eQuelle der Lehre\u201c; s. Lexikon der \u00f6stlichen Weisheitslehren, Albatros Verlag, Lizenzausgabe 2005. <strong>3 <\/strong>Die Ausf\u00fchrungen zu den Agamas beruhen auf den Informationen, die Sri Swami Sivananda in seinem Text \u201eTantra Yoga\u201c (online zu finden unter <a href=\"http:\/\/www.dlshq.org\/teachings\/tantrayoga.htm\"><u>http:\/\/www.dlshq.org\/teachings\/tantrayoga.htm<\/u><\/a>) mitteilt. <strong>4 <\/strong>Sie sind auch unter dem Begriff Pancharatra Agamas bekannt. <strong>5 <\/strong>W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt bedeutet Tantra \u201eGewebe, Zusammenhang, Kontinuum\u201c; s. Lexikon der \u00f6stlichen Weisheitslehren (Fn. 2). <strong>6 <\/strong>Genau genommen, gibt es nicht \u201edas\u201c Kali-Yantra, sondern je nach Ort und Tradition verschiedene Varianten desselben. Die hier verwendete Version ist eine der am weitesten verbreiteten und in ihrer Symbolik ausgesprochen stark. <strong>7 <\/strong>Kiefer, Eva-Maria, Visionen der G\u00f6ttin, Windpferd-Verlag 2001, S. 21. Harding, Elizabeth U., Kali, The Black Goddess of Dakshineswar, Weiser\/Nicolas-Hays, 3. Auflage 1997, S. 80, und Khanna, Madhu, Yantra \u2013 The Tantric Symbol of Cosmic Unity, Inner Traditions, 2. Auflage 2003, S. 56, weisen darauf hin, dass das Bindu an derselben Stelle steht wie das im Shiva-Yantra, was sie als Hinweis auf die Einheit des \u00dcberlegenen weiblichen Prinzips mit dem \u00dcberlegenen m\u00e4nnlichen Prinzip deuten. <strong>8 <\/strong>Nach Kiefer, a.a.O. (Fn. 7), S. 21, zeigt die Spitze nach unten, weil Kali hier als Prakriti (= Natur) dargestellt wird, w\u00e4hrend ein Dreieck mit der Spitze nach oben in einem Yantra f\u00fcr das Selbst bzw. das Bewusstsein (Purusha) stehe. Harding, a.a.O. (Fn. 7), S. 79 f. betont ebenfalls den Prakriti-Aspekt, sieht diesen aber in den acht Lotosbl\u00e4ttern verk\u00f6rpert und erl\u00e4utert die Richtung der Dreiecksspitzen so, dass in einem Yantra ein nach unten zeigendes Dreieck eine weibliche und ein nach oben zeigendes eine m\u00e4nnliche Gottheit repr\u00e4sentiere. <strong>9 <\/strong>W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt hei\u00dft dies soviel wie \u201elebensnotwendige L\u00fcfte\u201c; ich habe den von Woodroffe verwendeten englischsprachigen Begriff im Text nicht \u00fcbersetzt, weil die Verwendung des Begriffs \u201eVital Airs\u201c im Mahanirvana-Tantra weiter unten noch besprochen werden wird. <strong>10 <\/strong>Harding, a.a.O. (Fn. 7), S. 81; Khanna, a.a.O. (Fn. 7), S. 56. <strong>11 <\/strong>Harding, a.a.O. (Fn. 7), S. 81; Kiefer, a.a.O. (Fn.7), S. 21. <strong>12 <\/strong>Johari, Harish, Tools for Tantra, Destiny Books, 9. Auflage o.J., S.53. Johari selbst verwendet ein anderes Kali-Yantra, erl\u00e4utert aber auch die Bedeutungen einzelner Elemente eines Yantra im allgemeinen. <strong>13 <\/strong>Im Hinduismus der Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt; Lexikon der \u00f6stlichen Weisheitslehren (s.o. Fn. 2). <strong>14<\/strong> Johari, a.a.O. (Fn. 12), S. 53; Kiefer, a.a.O. (Fn. 7), S. 22. <strong>15<\/strong> S.o. Fn. 8. <strong>16<\/strong> Harding, a.a.O. (Fn. 7), S. 80 f., Johari, a.a.O. (Fn. 12), S. 53; Khanna, a.a.O. (Fn. 7), S. 56; Kiefer, a.a.O. (Fn. 7), S. 22 <strong>17<\/strong> Es ist aber hierbei zu ber\u00fccksichtigen, dass klassischerweise das Mond-Mandala mit sechzehn und das Sonnen-Mandala mit zw\u00f6lf Bl\u00fctenbl\u00e4ttern dargestellt wird. Sind es dagegen wie hier acht, werden dadurch die acht Prakriti-Elemente in den Vordergrund gestellt; s. Harding, a.a.O. (Fn. 7), S. 80 f.; Johari, a.a.O. (Fn. 12), S. 53; Khanna, a.a.O. (Fn. 7), S. 56; Kiefer, a.a.O. (Fn. 7), S. 22. <strong>18<\/strong> Kiefer, a.a.O. (Fn. 7), 21 f.. <strong>19<\/strong> Urspr\u00fcnglich war an dieser Stelle die Formulierung \u201eopfern\u201c vorgesehen. Bei einer Pr\u00e4sentation des Rituals stellte sich allerdings heraus, dass Kali die Formulierung \u201eopfern\u201c nicht sch\u00e4tzt, da es kein Opfer, sondern selbstverst\u00e4ndlich sei, sich ihr hinzugeben. Deshalb werden im folgenden die Begriffe \u201ehingeben\u201c bzw. \u201edarbieten\u201c verwendet. <strong>20<\/strong> Da w\u00e4hrend des Rituals sehr viel zu tun ist, empfiehlt es sich, neben der\/dem Pujari zumindest eine, besser noch zwei weitere Personen hinzuzuziehen. <strong>21<\/strong> Es stellt sich mitunter als schwierig bis unm\u00f6glich dar, die Originalzutaten zu erhalten, da zahlreiche indische Lebensmittelh\u00e4ndler einen Gro\u00dfteil der Zutaten nicht kennen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass auch eine gute indische W\u00fcrzsauce von Kali als Ersatz akzeptiert wird. <strong>22<\/strong> Einen oder beide Arme senkrecht nach oben strecken, \u201eI\u201c intonieren und einen vertikalen Energiestrahl durch den K\u00f6rper visualisieren. Dann die Arme seitlich ausstrecken, \u201eA\u201c intonieren und einen horizontal durch die Arme verlaufenden Energiestrahl visualisieren. Schlie\u00dflich die Arme seitlich am K\u00f6rper herunterh\u00e4ngen lassen und in \u201eO\u201c-Stellung mit der rechten Handau\u00dfen- in der linken Handinnenfl\u00e4che zusammenf\u00fchren, dabei \u201eO\u201c intonieren und eine Energiekugel um den K\u00f6rper visualisieren. <strong>23<\/strong> Die hier verwendeten Mantras und \u00dcbersetzungen wurden dem sehr empfehlenswerten Buch \u201eKali Puja\u201c von Swami Satyananda Saraswati entnommen (Tempel Devi Mandir, <a href=\"http:\/\/www.shreemaa.org\/\"><u>http:\/\/www.shreemaa.org<\/u><\/a> \u2013 diese hervorragende homepage enth\u00e4lt zahlreiche wertvolle Informationen zu Kali, anderen Gottheiten und Pujas im allgemeinen sowie Hinweise f\u00fcr die Anbetung, Rezepte f\u00fcr Opferspeisen etc.). <strong>24<\/strong> Sri Vakratunda Mahaakaaya Koti surya samaprabha Nirvighnam Kuru me Deva Sarvakaaryeshu Sarvadaa (O Lord Ganesha of the curved trunk and massive body; the one whose splendour is equal to the brilliance of a million suns; please bless me, so that I do not face any obstacles in my endeavours). <strong>25<\/strong> Man beginnt traditionell mit der Anrufung Ganeshas, weil er, \u00e4hnlich wie Ex\u00fa im Voodoo, die Tore \u00f6ffnet und die Verbindung zu den anderen Gottheiten herstellt. <strong>26<\/strong> Om Mahakalayai ca vidmahe smashana vasanyai ca dimahi tanno Kali prachodayat (Om Great Goddess Kali, the One; She who resides in the Ocean of Life and in the Cremation Grounds that dissolve the world; we concentrate our energies on you, may you grant us boons and blessings). <strong>27<\/strong> Om hrim amritae amritod bhave amrita varsini amritama karsaya karsaya siddhim dehi kalikam me vasa manaya om hrim shrim krim parameshvara Kalika svaha vijayim samar payami (Om Creation, the nectar which comes forth from nectar; You who pour forth nectar, again and again, bring nectar to me; Great Goddess Kali, by the power of your all-pervading nature; Give me magical powers, the attainment of perfection; Om Creation, Dissolution, Transformation, the names of the Great Goddess, we are One with you) <strong>28<\/strong> Woodruffe, Hymns to the Goddess and Hymns to Kali, Madras, Ganesh &amp; Company, Reprint 2001, S. 319. <strong>29<\/strong> Unter \u201ePrana\u201c wird hier die \u201ekosmische Lebensenergie\u201c verstanden, die lebendige Essenz alles Stofflichen. Das Mahanirvana-Tantra meint mit \u201eVital Airs (Prana)\u201c n\u00e4mlich genau das, was bei der Beschreibung des Yantra mit \u201eVital Airs\u201c insgesamt bezeichnet wurde, also alle \u201eVital Airs\u201c. Auch, wenn oben das prana also als lediglich eine der f\u00fcnf \u201eVital Airs\u201c dargestellt wurde, ist dies also lediglich ein begrifflicher, nicht aber ein inhaltlicher Widerspruch zu den hiesigen Ausf\u00fchrungen. <strong>30<\/strong> Die Bezeichnung meint das Anahata-Chakra (Herzchakra). Der Begriff Herz-Lotus r\u00fchrt daher, dass im Yoga die sieben Chakren durch Lotusbl\u00fcten repr\u00e4sentiert werden. <strong>31<\/strong> Etwa zu \u201eCatch That Wild Man\u201c von Brent Lewis. <strong>32<\/strong> Harding, a.a.O. (Fn. 7), S. 107.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-foreground-color has-text-color\">\u00b0<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button has-custom-font-size has-small-font-size\"><a class=\"wp-block-button__link has-foreground-background-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?page_id=384\" style=\"border-width:1px;padding-top:8px;padding-right:8px;padding-bottom:8px;padding-left:8px\">zur\u00fcck zu den Techniken und Ritualen<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Frater Pandagaz 247 Ein auf dem Mahanirvana-Tantra beruhendes Ritual \u201eDu bist das Urbild aller Manifestationen; Du bist der Geburtsort von uns allen; Du kennst die ganze Welt, doch niemand kennt Dich \u2026 Du bist das Grobe wie das Feine, das Offenbare wie das Verh\u00fcllte, das Formlose, das dennoch Form hat. 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