{"id":667,"date":"2022-06-05T23:29:19","date_gmt":"2022-06-05T23:29:19","guid":{"rendered":"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?p=667"},"modified":"2026-02-13T10:18:07","modified_gmt":"2026-02-13T10:18:07","slug":"die-reise-zu-frau-holle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?p=667","title":{"rendered":"Die Reise zu Frau Holle"},"content":{"rendered":"\n<p>von Frater Pandagaz 247<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel dieses Rituals ist die Reise zu Frau Holle, um mit ihr in Kontakt treten zu k\u00f6nnen. Es kann zu jeder Zeit ausgef\u00fchrt werden, ist aber in den Rauhn\u00e4chten zwischen der Nacht vom 24. Auf den 25 Dezember und der vom 05. auf den 06. Januar, in denen die Tore zur Anderswelt weit ge\u00f6ffnet und somit Kontaktaufnahmen in die Anderswelt besonders leicht zu bewerkstelligen sind. Frau Holle, die den meisten aus dem gleichnamigen M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm (*1) bekannt sein d\u00fcrfte, ist u.a. auch unter den Namen Frigg, Holda, Hulle, Percht, Perchta und Wei\u00dfe Frau bekannt und hat sowohl eine helle, fruchtbare, segenspendende Seite, in der sie als gro\u00dfe, sch\u00f6ne wei\u00dfgewandete Frau erscheint, als auch eine dunkle, gef\u00e4hrliche und strafende Seite, in der sie als h\u00e4\u00dfliche Alte mit wirrem Haar, gro\u00dfen Z\u00e4hnen odergro\u00dfer Nase auftritt, wobei aber beide Seiten sowohl freundlich als auch gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnen (*2). Frau Holle pflegt \u2013 vor allem, aber nicht ausschlie\u00dflich, in den Rauhn\u00e4chten -den Kontakt zu den Menschen, insbesondere den Frauen und belohnt die Flei\u00dfigen und Gro\u00dfz\u00fcgigen, w\u00e4hrend die Faulen und Geizigen bestraft werden; sie ist aber auch H\u00fcterin der Seelen der Toten und der Neugeborenen und Weberin des Schicksals der Menschen. Insoweit bestehen sowohl Parallelen zu Hel als auch zu den Nornen; insbesondere gilt Frau Holle auch als dreifaltig in der Gestalt von M\u00e4dchen, Mutter und weiser alter Frau (*3).<\/p>\n\n\n\n<ol>\n<li>Den Brunnen der Frau Holle erschaffen Auf dem Boden liegt ein mit Wasser gef\u00fclltes rundes Tablett mit hohem Rand, das einen Brunnen symbolisiert, durch den man in die Anderswelt zu Frau Holle gelangen kann. In der Mitte des Tabletts steht ein Kelch mit Saft aus Schwarzem Holunder (*4), dem Sakrament. Wenn nur drei Personen teilnehmen, sitzen sie um den Kreis herum und bilden die Spitzen eines Dreiecks (*5).A invoziert die Vergangenheit, B die Gegenwart und C die Zukunft, indem die Teilnehmer sich Ereignisse aus der Vergangenheit (A), Gegenwart (B) und erwarteten Zukunft (C) ins Ged\u00e4chtnis rufen und die entsprechenden Energien aufbauen. Nun schickt A ihre Energie an B und ber\u00fchrt dabei mit der gesandten Energie den Brunnen nur an einer Stelle und visualisiert, wie die Energie den Kreis anschubst und im Uhrzeigersinn dreht; ebenso schickt B an C und C an A. So geht es weiter und weiter, die Energien werden immer schneller geschickt, w\u00e4hrend sich der Brunnen tiefer und tiefer in den Boden bohrt. Alternativ k\u00f6nnen die drei auch ihre jeweilige Energie Vortex-artig an den Brunnenrand selbst schicken und dabei visualisieren, wie diese Energie in den Brunnen einflie\u00dft und ihm einen Schubs gibt (*6). Bei vier oder f\u00fcnf Teilnehmern werden die Teilnehmer in drei Gruppen A, B und C aufgeteilt und sitzen im Kreis um den Brunnen herum, wobei die Angeh\u00f6rigen der jeweiligen Gruppe nebeneinander sitzen. Ab sechs Teilnehmern sitzen die Teilnehmer im Kreis direkt am Brunnen und werden auf sechs Gruppen aufgeteilt. Die Gruppen A, B und C bleiben wie beschrieben. Die drei anderen Gruppen invozieren je einen Aspekt der Dreifaltigkeit M\u00e4dchen, Mutter, weise Alte, wobei das M\u00e4dchen zwischen A und B sitzt, die Mutter zwischen B und C und die weise Alte zwischen C und A. Der Brunnen wird nun so gegraben, da\u00df A,B und C sowie die drei Aspekte der G\u00f6ttin jeweils nur miteinander interagieren; A schickt die Energie an B, B an C, C an A, das M\u00e4dchen an die Mutter, die Mutter an die weise Alte und die weise Alte an das M\u00e4dchen. Die Energieweitergabe erfolgt nun so, da\u00df die beiden kreisf\u00f6rmigen Energiestr\u00f6me den Brunnen direkt mitbewegen, so da\u00df er sich, von beiden Str\u00f6men angetrieben, in den Boden bohrt (*7). W\u00e4hrenddessen rezitiert der Ritualleiter immer wieder \u201e\u2026 Regit idem spiritus artus orbe alio\u201c (\u00dcbersetzung: \u201eDerselbe Atem regiert die Glieder in einer anderen Welt.\u201c) (*8). Wenn das Energiefeld stark genug ist, ruft er im Brunnen Frau Holle an, z.B. mit folgendem Text: \u201eFrau Holle, Besch\u00fctzerin und Belohnerin der Rechtschaffenen, Gro\u00dfz\u00fcgigen und Flei\u00dfigen, Bestraferin der Geizigen und Faulen, Kn\u00fcpferin des Schicksalsnetzes, M\u00e4dchen, Mutter und weise Alte in einer Person, ich bitte Dich: Zeige Dich uns in Deinem Brunnen\u201c.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Reise zu Frau Holle Nun beginnt der Ritualleiter mit der R\u00e4ucherung von Wachholderbeeren (*9) und zieht eine Sigil auf den Brunnen: Diese Sigil stellt eine sigillisierte Spindel (*10) dar: Nun sticht sich jeder Teilnehmer mit einer Lanzette in den Finger und gibt einen Blutstropfen auf die Sigil (*11). Hierdurch wird die Pforte zu Frau Holle ge\u00f6ffnet und man kann durch den Brunnen die Welt der Frau Holle betreten und Kontakt zu ihr aufnehmen. Nun schlie\u00dft sich ein freier Teil an, in dem jeder Kontakt zu Frau Holle aufnehmen und mit ihr interagieren kann. Was in diesem Abschnitt des Rituals passiert, l\u00e4sst sich nicht vorhersagen, allerdings ist Frau Holle daf\u00fcr bekannt, da\u00df sie ihre Besucher gerne auf Ihren Flei\u00df hin testet; so kann es sein, da\u00df man auf dem Weg zu ihr auf das Brot im Ofen trifft, das man vor dem Verbrennen retten mu\u00df, indem man es herauszieht, die \u00c4pfel vom Baum sch\u00fctteln und zusammenlegen oder auch die Betten der Frau Holle machen mu\u00df. In welcher Gestalt sie sich zeigt, ist ebenfalls nichtvorhersehbar, aber man wird sie sicher erkennen. Zur Begr\u00fc\u00dfung kann man ihr gut einen Schluck Sakrament anbieten Hat man die Pr\u00fcfungen bestanden, ist Frau Holle sehr zug\u00e4nglich und hilfsbereit. Aufgrund ihrer Weisheit und Vielseitigkeit kann sie dem Besucher auf viele unterschiedliche Weise helfen; so kann man Sie z.B. bitten, bei einer Divination zu helfen oder auch, das Schicksal den eigenen W\u00fcnschen entsprechend zu beeinflussen. Keinesfalls darf man sich aber geizig oder faul zeigen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die R\u00fcckkehr Will man die Welt von Frau Holle verlassen, kann man sich bei ihr bedanken, sich von ihr verabschieden und sie bitten, da\u00df man von ihr zum Tor gef\u00fchrt wird. Sie f\u00fchrt einen dann zum Tor aus ihrer Welt, das sich \u00f6ffnet und einen zur\u00fcck in den Tempelraum f\u00fchrt. Hierbei kann es vorkommen, da\u00df man zum Abschied unter dem Torbogen unter einem Goldregen steht, mit dem Frau Holle die besonders Flei\u00dfigen belohnt (*12). Zum Abschied verabschiedet sich der Ritualleiter bei Frau Holle, dankt ihr und schlie\u00dft das Spiegelportal. Nunmehr wird der Rest des Sakraments verzehrt; ein Teil davon sollte allerdings als Opfergabe auf einer Wegkreuzung vergossen werden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><strong>FU\u00dfNOTEN:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(*1)<\/strong> KHM 24; die verschiedenen Fassungen des M\u00e4rchens finden sich beispielsweise im Internet unter <a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Frau_Holle\"><u>http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Frau_Holle<\/u><\/a>. <strong>(*2)<\/strong> Nayoma de Haen, Das Mysterium der Rauhn\u00e4chte, KOHA-Verlag, 2. Auflage 2012, S. 42. <strong>(*3)<\/strong> So z.B. Wolf-Dieter Storl, CD \u201eFrau Holle und andere Pflanzenm\u00e4rchen\u201c, KOHA-Verlag 2008, Kapitel 3 \u201eHolunder und das H\u00f6llenreich\u201c; ebenso Claudia M\u00fcller-Ebeling in Ebeling\/R\u00e4tsch, Frau Holle \u2013 Holler, H\u00f6lle, Unterwelt, DVD, Foitzick-Verlag 2010, Teil 1, die Frau Holle mit den Parzen, den drei Schicksalsg\u00f6ttinnen (\u00e4hnlich den Nornen), vergleicht und Jeanne Ruland, Das Geheimnis der Rauhn\u00e4chte, Schirner-Verlag, 11. Auflage 2012, S.35; s. auch De Haen, a.a.O. (Fn. 2), S. 41 ff.. <strong>(*4)<\/strong> Der Schwarze Holunder ist der Frau Holle heilig, Gardenstone, G\u00f6ttin Holle: Auf der Suche nach einer alten G\u00f6ttin, Books on demand 2002-2006, S. 31 ff., 109 ff.. <strong>(*5)<\/strong> Das Dreieck symbolisiert nur den Energieflu\u00df; es wird nicht auf den Boden aufgezeichnet. <strong>(*6)<\/strong> Auch bei dieser Variante sollte aber darauf geachtet werden, da\u00df sich der Brunnen im Uhrzeigersinn dreht. <strong>(*7)<\/strong> Ganz wichtig: alle drehen in dieselbe Richtung! <strong>(*8)<\/strong> Marcus Annaeus Lucanus, De bello civili, I\/455 ff. In diesem Abschnitt beschreibt Lucanus (39-65) unter Verwendung des Begriffs \u201eorbis alius\u201c (\u201eAnderswelt\u201c) die Lehre der Druiden von der Seelenwanderung. <strong>(*9)<\/strong> Der Wacholder steht in enger Verbindung zu Frau Holle und \u00e4hnelt ihr bereits im Namen, s. Gardenstone, a.a.O. (Fn. 4), S. 37. <strong>(*10)<\/strong> Den Zugang zur Anderswelt der Frau Holle bildet die Spindel, weil nach dem M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm das flei\u00dfige M\u00e4dchen von ihrer b\u00f6sen Stiefmutter in den Brunnen geschickt wird, um ihre verlorene Spindel zur\u00fcckzuholen; diese Spindel war blutig, da das arme M\u00e4dchen soviel hatte spinnen m\u00fcssen, da\u00df ihre Finger bluteten. Die Abbildung der Spindel stammt aus <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handspindel\"><u>http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Handspindel<\/u><\/a><strong>.<\/strong> <strong>(*11)<\/strong> Dies symbolisiert das Blut auf der in den Brunnen gefallenen Spindel im M\u00e4rchen. <strong>(*12)<\/strong> Wer m\u00f6chte, kann dabei zur Sicherheit visualisieren, da\u00df das Gold auf f\u00fcr sich angenehme Weise zu einem kommt. Hierdurch wird vermieden, da\u00df man etwa dadurch zu Geld kommt, da\u00df man einen geliebten Menschen beerbt. Findet man sich nicht in einem Goldregen, sondern in einem Pechregen wieder, sollte man sein Verhalten dringend \u00fcberdenken und sich \u00e4ndern, da Frau Holle den pechregen verwendet, um faule und selbsts\u00fcchtige Menschen zu bestrafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhang: Das M\u00e4rchen von Frau Holle Gebr\u00fcder Grimm, Kinder- und Haus-M\u00e4rchen Band 1, Gro\u00dfe Ausgabe, S. 133-136 7. Auflage 1857 (Ausgabe letzter Hand)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Frau_Holle_%281857%29\"><u>http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Frau_Holle_%281857%29<\/u><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>24. Frau Holle. Eine Wittwe hatte zwei T\u00f6chter, davon war die eine sch\u00f6n und flei\u00dfig, die andere h\u00e4\u00dflich und faul. Sie hatte aber die h\u00e4\u00dfliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere mu\u00dfte alle Arbeit thun und der Aschenputtel im Hause sein. Das arme M\u00e4dchen mu\u00dfte sich t\u00e4glich auf die gro\u00dfe Stra\u00dfe bei einem Brunnen setzen, und mu\u00dfte so viel spinnen, da\u00df ihm das Blut aus den Fingern sprang. Nun trug es sich zu, da\u00df die Spule einmal ganz blutig war, da b\u00fcckte es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen: sie sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte, lief zur Stiefmutter und erz\u00e4hlte ihr das Ungl\u00fcck. Sie schalt es aber so heftig und war so unbarmherzig, da\u00df sie sprach \u201ehast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf.\u201c Da gieng das M\u00e4dchen zu dem Brunnen zur\u00fcck und wu\u00dfte nicht was es anfangen sollte: und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen. Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer sch\u00f6nen Wiese wo die Sonne schien und viel tausend Blumen standen. Auf dieser Wiese gieng es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief \u201each, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich: ich bin schon l\u00e4ngst ausgebacken.\u201c Da trat es herzu, und holte mit dem Brotschieber alles nach einander heraus. Danach gieng es weiter und kam zu einem Baum, der hieng voll \u00c4pfel, und rief ihm zu \u201each sch\u00fcttel mich, sch\u00fcttel mich, wir \u00c4pfel sind alle mit einander reif.\u201c Da sch\u00fcttelte es den Baum, da\u00df die \u00c4pfel fielen als regneten sie, und sch\u00fcttelte bis keiner mehr oben war; und als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, gieng es wieder weiter. Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so gro\u00dfe Z\u00e4hne hatte, ward ihm angst, und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach \u201ewas f\u00fcrchtest du dich, liebes Kind? bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich thun willst, so soll dirs gut gehn. Du mu\u00dft nur Acht geben da\u00df du mein Bett gut machst und es flei\u00dfig aufsch\u00fcttelst, da\u00df die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle.\u201c Weil die Alte ihm so gut zusprach, so fa\u00dfte sich das M\u00e4dchen ein Herz, willigte ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles nach ihrer Zufriedenheit, und sch\u00fcttelte ihr das Bett immer gewaltig auf da\u00df die Federn wie Schneeflocken umher flogen; daf\u00fcr hatte es auch ein gut Leben bei ihr, kein b\u00f6ses Wort, und alle Tage Gesottenes und Gebratenes. Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig und wu\u00dfte anfangs selbst nicht was ihm fehlte, endlich merkte es da\u00df es Heimweh war; ob es ihm hier gleich viel tausendmal besser gieng als zu Haus, so hatte es doch ein Verlangen dahin. Endlich sagte es zu ihr \u201eich habe den Jammer nach Haus kriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, so kann ich doch nicht l\u00e4nger bleiben, ich mu\u00df wieder hinauf zu den Meinigen.\u201c Die Frau Holle sagte \u201ees gef\u00e4llt mir, da\u00df du wieder nach Haus verlangst, und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinauf bringen.\u201c Sie nahm es darauf bei der Hand und f\u00fchrte es vor ein gro\u00dfes Thor. Das Thor ward aufgethan, und wie das M\u00e4dchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm h\u00e4ngen, so da\u00df es \u00fcber und \u00fcber davon bedeckt war. \u201eDas sollst du haben, weil du so flei\u00dfig gewesen bist\u201c sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war. Darauf ward das Thor verschlossen, und das M\u00e4dchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus: und als es in den Hof kam, sa\u00df der Hahn auf dem Brunnen und rief \u201ekikeriki, unsere goldene Jungfrau ist wieder hie.\u201c Da gieng es hinein zu seiner Mutter, und weil es so mit Gold bedeckt ankam, ward es von ihr und der Schwester gut aufgenommen. Das M\u00e4dchen erz\u00e4hlte alles, was ihm begegnet war, und als die Mutter h\u00f6rte wie es zu dem gro\u00dfen Reichthum gekommen war, wollte sie der andern h\u00e4\u00dflichen und faulen Tochter gerne dasselbe Gl\u00fcck verschaffen. Sie mu\u00dfte sich an den Brunnen setzen und spinnen; und damit ihre Spule blutig ward, stach sie sich in die Finger und stie\u00df sich die Hand in die Dornhecke. Dann warf sie die Spule in den Brunnen und sprang selber hinein. Sie kam, wie die andere, auf die sch\u00f6ne Wiese und gieng auf demselben Pfade weiter. Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot wieder \u201each, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon l\u00e4ngst ausgebacken.\u201c Die Faule aber antwortete \u201eda h\u00e4tt ich Lust mich schmutzig zu machen,\u201c und gieng fort. Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief \u201each, sch\u00fcttel mich, sch\u00fcttel mich, wir \u00c4pfel sind alle mit einander reif.\u201c Sie antwortete aber \u201edu kommst mir recht, es k\u00f6nnte mir einer auf den Kopf fallen,\u201c und gieng damit weiter. Als sie vor der Frau Holle Haus kam, f\u00fcrchtete sie sich nicht, weil sie von ihren gro\u00dfen Z\u00e4hnen schon geh\u00f6rt hatte, und verdingte sich gleich zu ihr. Am ersten Tag that sie sich Gewalt an, war flei\u00dfig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken w\u00fcrde; am zweiten Tag aber fieng sie schon an zu faullenzen, am dritten noch mehr, da wollte sie Morgens gar nicht aufstehen. Sie machte auch der Frau Holle das Bett nicht wie sichs geb\u00fchrte, und sch\u00fcttelte es nicht, da\u00df die Federn aufflogen. Das ward die Frau Holle bald m\u00fcde und sagte ihr den Dienst auf. Die Faule war das wohl zufrieden und meinte nun w\u00fcrde der Goldregen kommen; die Frau Holle f\u00fchrte sie auch zu dem Thor, als sie aber darunter stand, ward statt des Goldes ein gro\u00dfer Kessel voll Pech ausgesch\u00fcttet. \u201eDas ist zur Belohnung deiner Dienste\u201c sagte die Frau Holle und schlo\u00df das Thor zu. Da kam die Faule heim, aber sie war ganz mit Pech bedeckt, und der Hahn auf dem Brunnen, als er sie sah, rief \u201ekikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.\u201c Das Pech aber blieb fest an ihr h\u00e4ngen und wollte, so lange sie lebte, nicht abgehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-foreground-color has-text-color\">\u00b0<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button has-custom-font-size has-small-font-size\"><a class=\"wp-block-button__link has-foreground-background-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/aepalizage.iot-d.de\/?page_id=384\" style=\"border-width:1px;padding-top:8px;padding-right:8px;padding-bottom:8px;padding-left:8px\">zur\u00fcck zu den Techniken und Ritualen<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Frater Pandagaz 247 Ziel dieses Rituals ist die Reise zu Frau Holle, um mit ihr in Kontakt treten zu k\u00f6nnen. 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